Exil - Flucht vor Hitler
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Im Frühjahr 1933, nach Hitlers Machtantritt, setzt eine große Fluchtbewegung aus Deutschland ein. Viele stehen vor einer existenziellen Entscheidung: bleiben oder gehen? Niemand kann absehen, welche Folgen sie haben wird.
Zahlreiche Schriftsteller und Künstler gehen nach Frankreich, wo sie freundlich aufgenommen werden. Wie durch Zufall wird ein kleiner Ort an der Côte d'Azur zu einem Zentrum deutscher Literatur: Sanary-sur-Mer. Lion Feuchtwanger lebt hier, Heinrich und Thomas Mann kommen mit ihren Familien, Klaus Mann kehrt immer wieder, Bertolt Brecht kommt zu Besuch. In den Cafés am Hafen genießen sie die südliche Sonne - und schaudern beim Gedanken an Deutschland.
Anders als erhofft, bricht das Nazi-Regime nicht bald zusammen. Aus Monaten werden Jahre, Europa treibt auf einen Krieg zu. Die Emigranten warnen früh vor der Gefahr. Frankreich dagegen hofft, Hitler durch Verhandlungen und Zugeständnisse bändigen zu können. Die Warner werden zu Störenfrieden.
Mit Kriegsbeginn vollzieht sich eine absurde Umkehrung: Die lästigen Hitlergegner werden umstandslos zu "feindlichen Ausländern" erklärt und in Lagern interniert. Der freundliche Exilort am Mittelmeer erweist sich als Falle.
Der vielfach ausgezeichnete Filmemacher Andreas Christoph Schmidt erzählt von Menschen, die glaubten, Deutschland nur für kurze Zeit zu verlassen - und erleben mussten, wie ihr sonniges Provisorium immer düstere Züge annahm. Vor der Schönheit der südfranzösischen Küste entfaltet sich die Geschichte einer verlorenen Welt - und einer Gesellschaft, die den Frieden will und im Krieg untergeht.